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Digitale Mitarbeiter haben niemals wirklich Feierabend

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„Proudly blogging since 1995“ steht auf seiner Internetseite und lässt keinen Zweifel daran, dass Tim Cole zu den profiliertesten Vordenkern der Digitalisierung gehört. In zahlreichen Publikationen beschreibt er den digitalen Wandel und dessen Auswirkungen auf unsere Lebens- und Arbeitsweise. Am 9. November 2017 hat der 67-Jährige seine Visionen als Keynote Speaker auf Österreichs größter HR-Fachmesse in Wien präsentiert.

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Internet-Vordenker Tim Cole – Keynote Speaker auf der Personal Austria, Österreichs größter Fachmesse für Personalmanagement.

Internet-Vordenker Tim Cole – Keynote Speaker auf der Personal Austria, Österreichs...

Die Digitalisierung wird früher oder später jede Branche erfassen und grundlegend verändern, davon ist Tim Cole überzeugt. Den Buchhandel habe es bereits getroffen – nun sei Amazon dabei, den Lebensmittelmarkt zu revolutionieren. „Wenn ich beispielsweise Apotheker wäre, würde ich mir Gedanken darüber machen, was aus mir wird, wenn wir demnächst in der Lage sein werden, unsere Pillen daheim auf dem 3D-Drucker auszudrucken“, so Cole.

Unternehmen rät er, vor allem die Prozesse und den internen Informationsfluss zu überprüfen: „Wie wollen wir ein „Internet of Things“ schaffen, in dem alles mit allem vernetzt sein soll, wenn wir es nicht einmal in unseren eigenen Betrieben schaffen?“

Um von der Digitalisierung profitieren zu können, müssten die Manager „Mut und Tatkraft, entschlossenes Handeln und die Flexibilität, schnell und richtig auf Ereignisse und Entwicklungen zu reagieren“ unter Beweis stellen. Darüber hinaus empfiehlt der gebürtige Amerikaner, den Mitarbeitern mehr Verantwortung zu übertragen: „Führungskräfte müssen lernen, auch mal loszulassen.“

Lebenslanges Lernen und mehr Verantwortung

Auf die Mitarbeiter kommen weitere, tiefgreifende Veränderungen zu. Manche fühlen sich den Anforderungen der schnelllebigen, flexiblen Arbeitswelt kaum noch gewachsen. Hinzu kommen Sorgen vor dem „Kollegen-Roboter“ und der Arbeitsplatzvernichtung. In Gefahr sieht Cole vor allem
den Niedriglohnsektor: „Übrig werden die Jobs bleiben, die anspruchsvoll sind und ein hohes Maß an Qualifikation erfordern.“ Bestätigt wird seine Einschätzung von einer im Juni 2017 veröffentlichten Studie der OECD, wonach die Digitalisierung die Schere zwischen hoch qualifizierten und Facharbeiter-Jobs geöffnet hat.

Skepsis ist die falsche Einstellung

Was rät der Internet-Visionär verunsicherten Arbeitnehmern? „Kontinuierliches Lernen ist von enormer Bedeutung.“ Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sieht er auch die Unternehmen in der Pflicht, stärker in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren. „Die Digitalisierung ist eine Riesenchance, selbst zu bestimmen, wann, wo und wie man arbeiten möchte. Ihr mit Skepsis zu begegnen, ist die falsche Einstellung.“

Chance für nachhaltiges Recruiting

Durch Online-Karriereportale wie Xing und LinkedIn haben es Personalverantwortliche heuer leichter denn je, potenzielle neue Mitarbeiter zu finden und sich proaktiv mit ihnen zu vernetzen. Gleichzeitig sollten Personaler unternehmensintern auf Talentsuche gehen. Cole: „Für Mitarbeiter, die bereit und in der Lage sind, sich durch Qualifizierungsmaßnahmen weiterzubilden, bietet sich die Chance, freie Stellen zu besetzen, für die sie bisher eigentlich gar nicht infrage kommen.“

Berufs- und Privatleben sind eins

Die Digitalisierung ermöglicht das Arbeiten von jedem Ort aus und zu jeder Zeit. Ist sie Fluch oder Segen für die Work-Life-Balance, die ebenfalls aktuell in aller Munde ist? Die Antwort des dienstältesten Bloggers ist eindeutig: „Der digitale Mitarbeiter von morgen hat niemals wirklich Feierabend.
Richtig verstanden und gelebt, ist es eine riesige Bereicherung unseres Lebens. Denn in Wahrheit gibt es keine Trennung zwischen Berufs- und Privatleben: Du hast nur ein Leben – mach das Beste daraus!“

www.personal-austria.at


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